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Wissenschaftliche Fachtagungen

„Du sollst nicht lügen.“ Zur Hermeneutik der Rede vom Postfaktischen

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Tagung des Bonner Institut für Hermeneutik  und des Institut für Evangelische Theologie Köln in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Religionsphilosophie

19.-20.05.2017

 


Die aktuelle Salonfähigkeit der Lüge mit ihren Begleitphänomenen der Verzerrung, Täuschung, Unaufrichtigkeit und Schönfärberei bedarf der interdisziplinären Reflexion: (1) Sie birgt eine gesellschaftspolitische Erosionskraft, die demokratische und urteilsbildende Prozesse be-droht. (2) Der mit ihr verbundenen Rede vom Postfaktischen eignet eine gefährliche schein-bare Legitimationsfunktion, getrieben von unreflektierter Kritik an konstruktivistischen, sym-bol- und zeichentheoretischen und performativen Theorien. (3) Allerdings darf die Reflexion nicht in einer bloß moralischen Kritik enden, sondern muss nach den Gründen für solch eine Etablierung der Täuschung fragen: Neben direkten Täuschungsversuchen und Verzerrungen in politischer Rede dürfte es ebenso um Sehnsuchtskonstruktionen bzw. -projektionen gehen, die jene Welt schaffen sollen, die man gerne hätte und die sich dank virtueller Kommunikation und Gestaltungskraft zu einem nicht unerheblichen Teil herstellen lässt, so dass der Schritt zu ihrer realpolitischen Umsetzung nahezuliegen scheint.

Parallel zur wissenschaftlichen Bearbeitung des Themas findet an der Bonner Schlosskirche (Universitätskirche, Leitung: Prof. Dr. Eberhard Hauschildt) eine Predigtreihe statt, in der das Thema im Modus theologisch-geistlicher Kritik verhandelt wird.
 

Teil 1 (19.-20. Mai 2017): Call for Participation: Gemeinsame Relecture klassischer Positionen unter der Frage nach deren aktueller Reichweite: Texte des Alten Testaments sowie Platon, Aristoteles, Sophokles, Macchiavelli, Kant, Nietzsche, Schopenhauer bis zu Jankélévitch, Sartre und Arendt, Derrida und H. G. Frankfurt. Impulsvorträge durch Markus Saur (Theologie/Altes Testament), Jochen Sautermeister (Moraltheologie), Cornelia Richter (Systematische Theolo-gie und Hermeneutik), Ann-Kathrin Armbruster, Katharina Opalka, Matthew Ryan Robinson, PhD (alle Wiss. Nachwuchs am Bonner Institut für Hermeneutik).
 

Teil 2 (Juni – Dezember 2017): Am 1. Juni 2017 veröffentlichen wir eine Preisfrage zum Thema mit einem Call for Papers für Nachwuchswissenschaftler*innen (Docs, Postdocs, PDs). Die Pa-pers werden von einer Jury beurteilt. Für die ersten drei Plätze wird ein Preisgeld ausgelobt.
 

Teil 3: Mai 2018: Internationale Konferenz mit Prämierung und Präsentation der 3 besten Papers und Vorträge international renommierter Expert*innen.
Anmeldung: Prof. Dr. Cornelia Richter: cornelia.richter@uni-bonn.de

 

Die Markierung des Anderen. Religionsphilosophische Reflexionen zu Irritation und Befreundung

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Tagung des Bonner Institut für Hermeneutik  und des Institut für Evangelische Theologie Köln in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Religionsphilosophie

11.-12.11.2016

 

  

„Wir schaffen das!“ Dieser ikonisch gewordene Satz prägt seit einem Jahr die Debatte um Flüchtlingspolitik und Gesellschaftsordnung. In politischen Reden und im Feuilleton wird diskutiert; im engagierten Einsatz vieler Menschen wird nach pragmatischen Lösungen gesucht: Wie sollen, wie wollen wir den Anderen begegnen? Und wie begegnen wir uns dabei selbst? Wer definiert, wer man „selbst“ ist und wer „anders“, was gerade noch das „Eigene“ und was schon das „Fremde“? „Die Markierung des Anderen“ (S. Sieber) läuft über Bilder und Symbole an der Grenze zwischen Fotografie und Ikonographie, Immanenz und Transzendenz. Sie tangiert unsere Vorstellungen von Verantwortung und Versöhnung, Nächstenliebe und Freundschaft. Die Situation ist komplex, die Vernunft irritiert, die Emotion im Zwiespalt – deshalb ist es Zeit, wenigstens einen Versuch der ruhigeren Reflexion zu wagen. Die Tagung bringt provokante wie nachdenkliche Positionen aus Literatur, Religionsphilosophie, Theologie, Ästhetik und Soziologie ins Gespräch, in der Spannbreite von Hannah Arendt, Levinas und Luhmann bis zu Robert Mapplethorpe.

 

Das Neue Testament als Buch der Kirche. Symposium anlässlich des 60. Geburtstages von Prof. Dr. Günter Röhser

Festsaal der Universität Bonn
28. Oktober 2016
14 Uhr s.t.
 
 

Programm:

14:00

 

Eröffnung: Prof. Dr. Cornelia Richter (Institut für Hermeneutik)

Grußwort: Prodekan Prof. Dr. Udo Rüterswörden
Grußwort: KR Prof. Dr. Bernd Wander (Evang. Kirche im Rheinland)

14:30
 
Prof. Dr. Markus Öhler (Wien)
Kein Ende der Welt! Der Kolosserbrief und eine christologisch fundierte Ökologie
15:30
 
Prof. Dr. Stefan Alkier (Frankfurt)
Perspektiven Biblischer Intertextualität
16:30-17:00
 
Kaffee
17:00
 
Prof. Dr. Hanna Roose (Bochum)
Kommunikation des Evangeliums als Leitbegriff der Praktischen Theologie: Exegetische und religionspädagogische Perspektiven
18:00
 
Prof. Dr. Manuel Vogel (Jena)
Das neue Testament als Buch der Kirche
19:00
 
Dankworte: PD Dr. Jochen Flebbe (Abt. f. Neues Testament)
19:15
 
Sektempfang
 
 

 Ohn-/Macht, Angst und Sorge. Modi des Aushaltens und Gestaltens

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Wahrheit zwischen Macht & Ohnmacht

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 „Wie hältst du‘ s mit der Wahrheit?“ So oder so ähnlich könnte die Gretchenfrage wohl lauten, stünde heute die Religiosität des Einzelnen zur Frage. Die Frage nach der Wahrheit (in) der Religion ist in der Zeit konkurrierender und oppositioneller Wahrheitsansprüche aktueller denn je. Doch wie kann an der Idee von Wahrheit festgehalten werden, ohne fundamentalistisch zu sein? Wie kann religiöse Akzeptanz gelebt werden, ohne in Beliebigkeit zu verfallen? Die Tagung will sich mit der Wahrheitsfähigkeit religiöser Lebensorientierungen auseinandersetzen, ohne die Frage auf das geltungstheoretische Problem zu verkürzen. Stattdessen geht es anhand konkreter Fallbeispiele um die ethische Dimension: Wie kann in einer pluralistischen Religionskultur zwischen konfligierenden Wahrheitsansprüchen vermittelt werden?
 
 

 

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